Coworking Firma gründen

Coworking als Trend – Mehr als nur ein Büro

Wie Firmen zwischen agilen Konzepten und einer lebendigen Arbeitswelt neue Wege gehen.

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Die Arbeitswelt befindet sich in einem massiven Veränderungsprozess. Gewohnte Arbeitsweisen werden durch die Globalisierung, Digitalisierung und nicht zuletzt die COVID-19-Pandemie in Frage gestellt. Bei der modernen Büroplanung ist New Work das Schlüsselwort. Der 9-to-5-Job verschwindet zunehmend. Agilität ist gefragt und Unternehmen lassen Aufgaben projektbasiert durchführen. Das hat einen Grund: Dynamische Projektteams in flachen Hierarchien arbeiten nachweislich effektiver und erfolgreicher. Die klassische Raumaufteilung nach Abteilungen macht also keinen Sinn mehr. Hier setzen die Coworking Spaces an: Sie sind ideale Orte für neue, flexible Arbeitsweisen. Gleichzeitig bieten sie Kreativen und jungen Unternehmensgründern kosteneffiziente Lösungen in Zeiten von explodierenden Immobilienpreisen. Hier erfährst Du mehr über die Vorteile von Coworking Spaces und wie Du sie für Dich nutzen kannst.

Megatrend New Work: die neue Arbeitswelt der Coworking Spaces

Die digitale und global vernetzte Arbeitsweise ist in den Metropolen dieser Welt schon lange Bestandteil der Arbeitskultur.
Viele Angestellte wünschen sich mehr Flexibilität an ihrem Arbeitslatz. Die Tendenz zu freiberuflichen Tätigkeiten steigt. Kein Wunder, dass das Interesse am Arbeiten in Coworking Spaces wächst.
Coworking Spaces sind modern ausgestattete Großraumbüros, in denen Einzelne oder kleine Unternehmen gegen die Entrichtung einer kleinen Miete zusammen arbeiten können. Einen festen Arbeitsplatz gibt es nicht, jeder teilt sich die Infrastruktur mit den anderen Mietern. Wer eine Pause einlegen möchte, kann sich beim Kaffeetrinken in der Küche, beim Tischkicker oder in einem der anderen Gemeinschaftsräume vernetzen. Die gemeinsame Nutzung der inspirierenden und professionell ausgestatteten Coworking Umgebung ist bei kleinen Startups, digitalen Nomaden, Freelancern, Freiberuflern und Kreativen ebenso beliebt wie bei manchen großen Unternehmen.

Die Vorteile von Coworking Spaces

Coworking Spaces haben im Vergleich zu klassischen Büros viele Pluspunkte. Ob Freiberufler*innen, Angestellte im Homeoffice oder Startup-Gründer*innen: Jeder kann auf individuelle Weise von den positiven Effekten profitieren.

1. Sofort loslegen

Wer noch heute anfangen möchte, an einem neuen Arbeitsplatz zu arbeiten, kann das in einem Coworking Space sofort tun. Die langwierige und nervige Suche nach mietfähigen Büroflächen kannst Du Dir ersparen. Im Coworking Space findest Du alles vor, was man zum Arbeiten benötigt. Hohe Investitionen für die Büroausstattung wie Drucker und Scanner fallen für Dich weg. Für ein geringes Entgelt steht Dir ein Arbeitsplatz mit Tisch, Stuhl und natürlich Internetzugang zur Verfügung. In vielen Coworking Spaces sind außerdem Wasser, Tee und Kaffee inbegriffen. Dies erlaubt Dir, Dich zu 100% auf Dein Kerngeschäft konzentrieren zu können.

2. Flexibel bleiben

Coworking Spaces sind eine gute Option für temporär begrenzte Projekte. Manche Unternehmen nutzen die Räume als Ausweichmöglichkeit für freie oder externe Mitarbeiter. Gründer von Startups haben Interesse daran, die Fixkosten zu Beginn möglichst gering zu halten. Während man in einem traditionellen Mietverhältnis zum Teil über Jahre gebunden ist, kann man im Coworking Space zeitnah kündigen. Aber auch für den Erfolgsfall gilt: In einem Coworking Space kannst Du schnell wachsen, ohne umziehen zu müssen. 

3. Inspiriert werden

Die Gruppe derer, die im Coworking Space arbeiten, ist häufig sehr bunt. Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Branche kommen zusammen und bringen einen interessanten Pool an Wissen und Erfahrungen in die Bürogemeinschaft ein. Es bleibt nicht aus, Coworker in der Pause kennenzulernen und sich im Austausch gegenseitig zu inspirieren. Dazu trägt auch die innovative Gestaltung der Räumlichkeiten bei, die meist nach arbeitspsychologischen Grundsätzen professionell vorgenommen wurde. Ob Dir als Mitarbeiter*in im Homeoffice die Decke auf den Kopf fällt oder Du als Soloselbständige*r den kreativen Austausch mit anderen suchst: Im Coworking Space wartet jede Menge Inspiration auf Dich.

4. Netzwerken

Jeder Coworker arbeitet an seinen eigenen Projekten. Dennoch entsteht unter den einzelnen Büronutzern eine Art von Community.
Es entwickelt sich eine besondere Atmosphäre, wenn man die Arbeitsflächen miteinander teilt. Der offene Austausch zwischen den Coworkern kann bis zur Hilfestellung oder Zusammenarbeit bei neuen Projekte führen. Das Netzwerk ermöglicht Solo-Selbstständigen und Freelancern inspirierenden sozialen Anschluss. Manche Coworking Spaces bieten sogar regelmäßig Workshops oder Events für die Mitglieder an. Beim entspannten Networking entstehen nicht selten interessante Jobangebote.

5. Kosten

Finanziell besonders interessant ist das Coworking für Startups und Freelancer. Einige Spaces vermieten große Bereiche temporär und mit kurzen Kündigungsfristen an Unternehmen. Viele Space Anbieter bieten auch für größere Anfragen flexible und attraktive Lösungen an. Es ist sogar möglich, eine ganze Etage für eine Übergangszeit zu mieten. Bis zu einer gewissen Anzahl an Mitarbeitern rechnet sich das Arbeiten in einem Coworking Space für Einzelunternehmer und Gründer. Wann sich der Umstieg in ein traditionellen Büro lohnt, entscheidest Du je nach Umsatz und Zielsetzung.

Die Nachteile von Coworking Spaces

Der Trend zum Coworking ist ungebrochen. Dennoch solltest Du Dich auch mit den Nachteilen beschäftigen, bevor Du die Entscheidung triffst, einen Arbeitsplatz im Coworking Space zu mieten.

1. Unplanbarkeit

Der Nachteil von größtmöglicher Flexibilität liegt auf der Hand: Feste Arbeitsplätze gibt es im Coworking Space nicht. Wenn Du kurzfristig buchst, kann es also sein, dass Dir keine ausreichende Zahl an Arbeitsplätzen zur Verfügung steht oder der gewünschte Meetingraum belegt ist. Wem es wichtig ist, jeden Tag an seinem individuell gestalteten Lieblingsplatz zu sitzen, der ist für Coworking Spaces (noch) nicht der geeignete Kandidat. 

2. Unruhe

Wie in einem Großraumbüro herrscht im Coworking Spaces ein stetiges Kommen und Gehen. Die Konzentration leidet unter dem regen Treiben während der Haupt-Geschäftszeiten. Laute Telefongespräche und Unterhaltungen können Dich von Deinen Tageszielen ablenken. Wer mehr Ruhe braucht, arbeitet besser früh morgens, abends und nachts. Manche Coworker arbeiten mit geräuschdämpfenden Kopfhörern, wenn sie sich in ihre Projekte vertiefen. 
In Deiner Stadt gibt es vielleicht nicht so zentral gelegene Spaces. Sie sind tagsüber meist weniger gebucht. Schau Dir also vorher die einzelnen Locations zu verschiedenen Tageszeiten an, bevor Du Dich entscheidest.

3. Konkurrenz

Bei allen Vorteilen von Vernetzung besteht doch immer ein gewisses Risiko, dass die Konkurrenz „mithört“. Sollen andere Gründer nicht von Deiner neuen Geschäftsidee erfahren, um sie womöglich zu kopieren? Du kann die ständig wechselnden Anwesenden nicht immer genau einschätzen. Deshalb ist bei wichtigen Telefongesprächen Vorsicht geboten. Niemand möchte außerdem, dass die eigenen Kunden auf der Bürofläche die Konkurrenz kennenlernen und zu ihr überwechseln. Es gibt aber auch Coworking Spaces mit hybriden Modellen, die neben der offenen Fläche schöne Einzelbüros oder private, abschließbare Büroflächen vermieten. So hast Du Deine Privatsphäre und kannst zugleich die Gemeinschaftsflächen nutzen.

Auf Wachstumskurs: Coworking in Deutschland

Ein Unternehmer namens Brad Neuberg startete 2005 in San Francisco das erste Coworking Space „Spiral Muse“. Dort wurden anfänglich nur montags und dienstags fünf Schreibtische aufgestellt. Nach und nach breitete sich das Konzept der offenen Büros weltweit aus. In Deutschland machte 2009 das betahaus in Berlin den Anfang. Seitdem steigt die Zahl der Coworking Spaces in Deutschland stark an. Mehr als 600 Standorte sollen es aktuell sein und wöchentlich kommen neue hinzu. Das Mekka der deutschen Coworking-Szene ist Berlin, gefolgt von Hamburg. 

So günstig sind Coworking Spaces 

Die Vorteile von Coworking Spaces sind kurze Mietverträge und der Full-Service-Charakter. Gut ausgestatteten Arbeitsplätze, innovativ gestaltete Innenarchitektur und zentrale Lage haben bereits viele Coworker überzeugt. Dazu kommen meistens kostenlose Getränke und Community Manager, die Dir beratend zur Seite stehen. Die durchschnittlichen Preise variieren innerhalb der deutschen Großstädte. In Berlin und Hamburg kostet ein Flex Desk monatlich ca. 150-230 Euro, ein fester Arbeitsplatz ist mit 300 Euro im Monat noch gut bezahlbar. Ein Arbeitsplatz in einem privaten Büro ist teurer und liegt über 500 Euro monatlich, allerdings mit kurzen Kündigungsfristen von nur einem Monat. In Köln liegen die Preise für das Coworking höher als in Hamburg und Berlin. Im Schnitt kosten flexible Arbeitsplätze hier 243 Euro. Wer einen Fix Desk in Köln buchen möchte, muss mit durchschnittlich 300 Euro im Monat rechnen. Deutschlands teuerste Coworking-Stadt ist München. Ein fester Arbeitsplatz kostet in München immerhin im Durchschnitt 424 Euro im Monat. 

Coworking Spaces in der Zukunft

Die neue Generation von Arbeitnehmern hat zukünftig andere Anforderungen an ihren Arbeitsplatz. Eine steigende Anzahl von Freiberuflern und Selbstständigen möchte ortsunabhängig sein und zeitlich mehr Freiraum haben. Sie wollen vernetzt mit Anderen in sinnstiftenden Gemeinschaften arbeiten. Junge Unternehmer agieren flexibler auf Marktveränderungen und bevorzugen anpassungsfähige Mietverträge. Im Zeitalter von New Work verliert der feste Büroplatz kontinuierlich an Bedeutung. Zahlreiche Studien und Prognosen belegen: Coworking ist mehr als nur ein kurzfristiger Trend. Coworking Spaces werden sich in der Zukunft zu etablierten Bürokonzepten entwickeln.

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