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Alles wichtige zur Gewerbeanmeldung

Was du bei einer Gewerbeanmeldung beachten musst.

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Wenn ihr in irgendeiner Form unternehmerisch tätig sein wollt, ist der Weg zum Gewerbeamt eigentlich für jeden verpflichtend. Dabei spielt es auch gar keine Rolle, ob ihr selbständig tätig sein wollt oder im Team ein Unternehmen gründen möchtet oder gar einfach nur einen Nebenjob bekleiden wollt. In jedem Fall benötigt ihr einen Gewerbeschein. In diesem Artikel soll es grundsätzlich und den Anmeldeprozess und die Rahmenbedingungen für die Anmeldung gehen. Es gibt tatsächlich ein paar Rechtsformen, die von einer Gewerbeanmeldung befreit sind, auf die wir im späteren Verlauf in diesem Artikel auch eingehen. Ein Gewerbe liegt per Definition dann vor, wenn eine natürliche oder juristische Person eine Tätigkeit nachgeht, mit dem Zweck der Gewinnerzielung. Sobald es für das jeweilige Gewerbe nicht konkrete Beschränkung gibt (beispielsweise eine zwingend notwendige Qualifikation) kann ein jeder ausnahmslos sein gewünschtes Gewerbe anmelden.

Das zuständige Gewerbeamt ermitteln

Die Anmeldung beim zuständigen Gewerbeamt ist für jeden verpflichtend, außer der- oder diejenige übt einen freien Beruf aus, einen sogenannten Katalogberuf. Ein Katalogberuf ist dadurch gekennzeichnet, dass die Person besonders frei geistig oder künstlerisch agiert, wie beispielsweise ein Journalist, Zeichner oder Autor. Eine Liste aller Katalogberufe oder katalogähnliche Berufe könnt ihr euch hier ansehen. Bevor also Freiberufler unternehmerisch tätig sein wollen, brauchen sie lediglich das Finanzamt informieren und die Unterlagen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen. Anschließend erhält die Person eine Steuernummer, die beispielsweise für Rechnungen genutzt werden kann. Die Meldung beim Gewerbeamt ist in Deutschland länderspezifisch geregelt. Das bedeutet, dass Verfahren variiert je nach Bundesland und in Einzelfällen ist es sogar möglich das Gewerbe bei der IHK anzumelden. An welches Amt ihr euch also wenden müsst, hängt tatsächlich von eurem Wohnsitz ab. Es genügt eine einfache Online-Recherche über eure Postleitzahl, um das zuständige Gewerbeamt zu ermitteln. Mit Beginn der Tätigkeitsaufnahme muss die Anmeldung erfolgen, da ihr sowieso erst dann vom dem Finanzamt ein Steuernummer bekommt, die ihr für eure Rechnung entsprechend nutzen könnt.

Ablauf der Anmeldung

Wenn ihr den Weg zum Gewerbe aufsuchen wollt, informiert euch vorab welche Unterlagen ihr auf jeden Fall mitbringen müsst. Grundsätzlich genügt in der Regel ein Personalausweis, um eure Identität zu überprüfen. Es gibt aber natürlich auch Branchen, bei denen gesonderte Qualifikation vonnöten sind. Beispielsweise ist für alle Handwerksberufen der Nachweis eines Meisterbriefes notwendig, damit die überhaupt unter dem Label eines “Malers”, “Tischlers” oder “Klempners” arbeiten dürft. Insbesondere in der Versicherungsbranche oder Sicherheitsbranche ist auch noch der Nachweis eines polizeilichen Führungszeugnisses vonnöten, da sichergestellt sein muss, dass in jedem Tätigkeitsfeld der Gewerbetreibende keinerlei gesetzlichen Verstöße in der Vergangenheit begangen hat. Für einige Gewerbearten ist darüber hinaus noch eine Konzession erforderlich; es wird also behördlich geprüft, ob das Gewerbe angemeldet werden darf. Dies ist z.b. bei Taxiunternehmen der Fall. Hier ist eine spezielle Erlaubnis der lokalen Verkehrsbehörde notwendig, damit die Taxikonzession erteilt werden kann. Abgesehen von den notwendigen Unterlagen gilt es dann beim Gewerbeamt nur noch das entsprechende Formular auszufüllen, in dem ihr die persönlichen Daten der Gesellschafter, die Tätigkeit, die Rechtsform, wenn notwendig die Nummer des Handelsregistereintrages und die Namen der Geschäftsführer eintragt. Nach der Anmeldung erhaltet ihr automatisch weitere Unterlagen vom Finanzamt zur steuerlichen Erfassung und in Einzelfällen auch ein Anmeldeformular von der IHK, deren Mitgliedschaft in einigen Branchen verpflichtend ist. Auch muss natürlich eure Krankenkasse entsprechend informiert werden. Wenn irgendwann einmal beispielsweise die Rechtsform gewechselt wird, muss das Gewerbeamt von solchen Änderungen in Kenntnis gesetzt werden. Dafür müssen erneut die entsprechenden Unterlagen vor Ort ausgefüllt werden. Auch bei der Abmeldung des Gewerbes ist ein Gang zum zuständigen Amt notwendig.

Gebühren

Grundsätzlich sind die Kosten für eine Gewerbeanmeldung sehr gering. In der Regel liegen sie zwischen 10€ und 40€. Darüber hinaus können aber noch weitere Kosten entstehen, wenn beispielsweise die Rechtsform einer GmbH oder auch UG gewählt wird. Für diese Gründungen sind nämlich mehrere Gesellschafter notwendig, die in einem Gesellschaftsvertrag ihre Rechten und Pflichten genau definieren. Dieser Vertrag muss notariell beglaubigt werden und vereinzelt ist auch eine Anmeldung im Handelsregister vonnöten. Je nach Rechtsform und je nach Anzahl an Gesellschafter unterscheiden sich die notariellen Kosten; sie können aber zwischen 300€ und gar 1000€ liegen. 

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wann muss ich mein Unternehmen beim Gewerbeamt anmelden?

Wenn du in Deutschland tätig sein möchtest musst du unmittelbar eine Gewerbe anmelden. Die Anmeldung ist wichtig, damit auch das Finanzamt dir eine Steuernummer zuweisen kann, die du für deine Rechnungen nutzen kannst. Ein Widersetzen wird mit Bußgeldern bestraft. Auch schlimmere Strafen, wie Freiheitsberaubung sind bei Steuerhinterziehungen nicht auszuschließen.

Wo muss ich mein Gewerbe anmelden?

Für die Anmeldung ist dein ortsansässiges Gewerbeamt zuständig. Hier genügt eine einfache Onlinerecherche, um das zuständige Amt in deinem Wohnbezirk zu ermitteln. Meldet euch dort einfach vorab telefonisch und vor Ort mit eurem Anmeldevorhaben.

Welche Informationen muss ich beim Gewerbeamt angeben?

Zunächst einmal werden beim Gewerbeamt eure Personalien überprüft. Alle weiteren Informationen und Nachweise hängen von der Rechtsform und der Branche ab, mit der ihr Gründen wollt. In jedem Einzellfall unterstützt euch das Gewerbeamt und händigt euch die passenden Dokumente aus.

Wie erhalte ich meine Steuernummer?

Nach Anmeldung eures Gewerbes erhaltet ihr vom Finanzamt automatisch die wichtigsten Formulare zur steuerlichen Erfassung. Falls ihr euch unsicher seid, könnt ihr nach der Gewerbeanmeldung auch selber aktiv auf das Finanzamt zugehen, damit man euch die Unterlagen zusendet bzw. aushändigt.

Muss ich immer ein Gewerbe anmelden?

Grundsätzlich muss jeder, der unternehmerisch tätig sein möchte, ein Gewerbe anmelden, außer ihr seid als Freiberufler tätig. Ihr könnt euch als Freiberufler direkt beim Finanzamt melden, wenn euer Vorhaben ein besonderes Maß an freier geistiger und künstlerischer Schöppfungskraft erfordert.

Kann ich auch als Jugendlicher ein Gewerbe anmelden?

Besonders über neue Medien und Onlineauftritte, ist es auch für Minderjährige möglich Einnahmen zu generieren. Auch hier ist eine Gewerbeanmeldung von Nöten. Redet darüber am Besten mit einem Sachbearbeiter bei eurem ortsansässigen Gewerbeamt.

Wie viel kostet es ein Gewerbe anzumelden?

Die Kosten für eine Gewerbeanmeldung unterscheiden sich je nach Wohnort, Bundesland und Rechtsform. In der Regel kostet eine Gewerbeanmeldung aber nicht mehr als 60 Euro; meistens nur 20 Euro.

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